In meiner langen Zeit als Moderator des ZDF-Frühstücksfernsehens konnten unsere täglichen 3 Millionen Zuschauer über all die Jahre meinen Körperumfang wachsen sehen.
Stattliche 125 Kilo brachte ich zu Höchstzeiten auf die Waage; damit war ich nur 15 Kilo vom alten Kanzleramt entfernt. Der Hammer kam eines Tages völlig unerwartet: Bei einer Pressekonferenz blieb ich länger, der Ü-Wagen war weg. Ich rannte gefühlte 1200 Meter zum Bus. Der Busfahrer fragte mich, ob alles okay sei. Unter größter Anstrengung schaffte ich es, einigermaßen Haltung zu bewahren und in den hinteren Teil des Busses zu gelangen. Mann, war ich fertig!
Irgendwann, nach einigen Jojo-Anläufen mit den obskursten Diäten, entdeckte ich den Weg des Turnschuhs, also die Fitness. Ein Freund, der frühere Bodybuilding Weltmeister Ralf Moeller überzeugte mich, ein positiveres Körpergefühl zu entwickeln.
Fitness beginnt im Kopf: Die Evolution hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind: zu hoch gezüchteten Porsches, die aber nur auf dem Parkplatz hin und her geschoben werden. Dazu wird dieser Porsche betankt mit, ja was wohl, auf jeden Fall nicht mit Superplus, sondern eher mit minderwertigen, ziemlich fettigen Substanzen. Das kann natürlich nicht gut gehen.
Was ist dagegen zu tun? Meistens reicht schon regelmäßige Bewegung. In der Theorie ist das ganz einfach, aber in der Praxis?
Es geht darum, eine dauerhafte Gewohnheit einzurichten. Und das gelingt leichter, wenn das, was man tut, Spaß macht. Der größte Fehler, den man machen kann, ist aufzuhören. Also machen Sie einen Deal mit sich selbst. Etwa: Ein bisschen Fitness hilft mir, mit meinem ganz persönlichen Stress am Arbeitsplatz besser umzugehen. Oder: Morgens mache ich ein paar Minuten Fitness statt den gewohnten Eimer Kaffee zu trinken. Jeden Tag 15 Minuten – und ich bin fit für den Tag.
Haben Sie sich dafür entschieden, von nun an den Weg des Turnschuhs zu gehen? Dann erzählen Sie allen, die Sie kennen (Ihren Freunden und Ihren Feinden!) davon. Das stärkt Ihre Willenskraft für die schwachen Momente, die bestimmt kommen werden.
Es geht um zwei verschiedene Arten des Trainings:
* Ausdauertraining: Joggen, Walken, Radeln, Schwimmen, Seil Springen trainieren Herz und Kreislauf und damit die Ausdauer. Außerdem verbrennen wir dabei Fett.
* Muskeltraining: Bei diesem Training mit Widerständen – Gewichten wie Hanteln, Bändern, Maschinen und natürlich dem Eigengewicht des Körpers – ist es Ziel Muskeln aufzubauen. Kann man alles ohne große Anstrengungen zu Hause machen.

Beim Joggen (stellvertretend für alle Ausdauersportarten) laufen Sie nicht, wie damals in der Schule. Nein, Sie laufen, umzu laufen. Der Weg ist das Ziel!
Faustregel ist der Tratsch-Test: Wenn Sie beim Sporteln sprechen können, ist es richtig.
Doch zum knackig Abnehmen gehört noch mehr. Muskeln ist das Zauberwort. Je mehr Muskeln wir haben, desto höher ist der Umsatz unseres Stoffwechsels.
Isoliert man einzelne Bewegungen und stimuliert die Muskeln mit einem Widerstand (Gewicht), dann kommt auf einmal wieder Leben in die Bude, von der man schon geglaubt hatte, sie sei nur noch eine Abstellkammer für Überschüssige Fette. Es gibt jede Menge Übungen, für die verschiedenen Muskelpartien. In meinem Buch habe ich die einfachsten und effektivsten beschrieben. Sie brauchen dazu jeden zweiten Tag nur 10 bis 15 Minuten und 2 Kurzhanteln, solche, die es bei Aldi oder Tchibo manchmal für € 12 gibt. (Mit Büchern oder mit Wasser gefüllten Plastikflaschen geht es auch.)
Wenn Sie auf tägliche 20-30 Minuten Fitness kommen, also Bewegung plus Gewichtstrainig, dann ändert sich schon Vieles. Ich verlor so 35 Kilo.